Integratives Emotionscoaching
– Warum ich mich als Bewegungs- und Atemcoach mit Emotionen beschäftige
Wenn Menschen meine Arbeit kennenlernen, dann meist über Themen wie Atmung, Haltung, Bewegung oder Nervensystem.
Deshalb werde ich manchmal gefragt, warum ich mich zusätzlich im Integrativen Emotionscoaching nach Dirk Eilert ausbilden lassen habe.
Die kurze Antwort lautet: Weil ich irgendwann gemerkt habe, dass sich Körper, Nervensystem und Emotionen nicht voneinander trennen lassen.
Je länger ich mit Menschen gearbeitet habe, desto deutlicher wurde mir, dass viele Herausforderungen nicht ausschließlich körperlich sind. Manchmal findet man biomechanisch keine ausreichende Erklärung. Manchmal versteht ein Mensch genau, was er tun sollte, und schafft es trotzdem nicht, es umzusetzen. Und manchmal reagiert ein Körper immer wieder mit denselben Spannungs- oder Stressmustern, obwohl längst verstanden wurde, woher sie kommen.
An diesem Punkt wurde für mich die emotionale Ebene interessant.
Gefühle sind keine Störung
Viele von uns haben gelernt, Gefühle vor allem dann wahrzunehmen, wenn sie unangenehm werden.
Angst soll verschwinden.
Wut soll kontrolliert werden.
Trauer soll möglichst schnell überwunden werden.
Im Integrativen Emotionscoaching wird ein anderer Blick eingenommen.
Gefühle werden nicht als Störung betrachtet, sondern als Information. Sie zeigen uns, wie unser System eine Situation bewertet. Sie weisen auf erfüllte oder unerfüllte Bedürfnisse hin und geben Hinweise darauf, was für uns gerade wichtig ist.
Das bedeutet nicht, dass sich jede Emotion angenehm anfühlt. Aber es bedeutet, dass jede Emotion zunächst einmal eine Funktion hat.
Genau deshalb interessiert sich Emotionscoaching nicht nur für die Frage, wie unangenehme Gefühle verschwinden können, sondern auch dafür, was sie uns mitteilen möchten.
Veränderung findet nicht im Ereignis statt
Ein Gedanke aus dem emTrace®-Ansatz hat mich von Anfang an fasziniert:
Eine Blockade sitzt nicht im Ereignis, sondern im Nervensystem.
Zwei Menschen können dieselbe Situation erleben und völlig unterschiedlich darauf reagieren. Nicht das Ereignis selbst bestimmt unser Erleben, sondern die Bedeutung, die unser Gehirn ihm gibt.
Deshalb arbeitet Integratives Emotionscoaching nicht in erster Linie an den äußeren Umständen. Es beschäftigt sich vielmehr mit den inneren Bewertungen, Verknüpfungen und emotionalen Mustern, die im Laufe unseres Lebens entstanden sind.
Das Ziel ist nicht, die Vergangenheit ungeschehen zu machen. Das Ziel ist, die emotionale Reaktion darauf zu verändern.
Die vier Säulen des Integrativen Emotionscoachings
Was mir an emTrace® besonders gefällt, ist der Versuch, verschiedene Fachgebiete miteinander zu verbinden.
Der Ansatz basiert auf vier Säulen:
Neurowissenschaften, Emotionspsychologie, Wirkforschung und konkretem Interventionshandwerk.
Anders ausgedrückt:
Es geht darum zu verstehen, was im Gehirn passiert, welche Funktion Emotionen erfüllen, welche Faktoren nachhaltige Veränderung überhaupt ermöglichen und wie dieses Wissen praktisch genutzt werden kann.
Dadurch entsteht für mich ein Ansatz, der weder rein theoretisch noch rein intuitiv ist.
Ressourcen statt Reparatur
Ein weiterer Gedanke, der meine Arbeit stark beeinflusst hat, ist die Ressourcenorientierung.
Die meisten Menschen kommen mit einem Problem ins Coaching. Das ist verständlich. Schließlich suchen wir meist dann Unterstützung, wenn etwas nicht funktioniert oder wenn wir unter etwas leiden.
Doch Integratives Emotionscoaching stellt nicht das Problem in den Mittelpunkt, sondern die Ressourcen.
Die Grundannahme lautet:
Jeder Mensch verfügt bereits über Fähigkeiten, Erfahrungen und innere Zustände, die ihn bei Veränderungsprozessen unterstützen können.
Die Aufgabe des Coachings besteht nicht darin, etwas von außen hinzuzufügen. Vielmehr geht es darum, den Zugang zu dem wiederzufinden, was bereits vorhanden ist.
Ich finde diesen Gedanken sehr entlastend.
Denn er betrachtet Menschen nicht als defekt oder unvollständig. Er betrachtet sie als grundsätzlich kompetent, auch wenn der Zugang zu bestimmten Ressourcen zeitweise verloren gegangen sein mag.
Die Bedeutung emotionaler Ressourcen
Im emTrace®-Ansatz spielen emotionale Ressourcen eine zentrale Rolle.
Damit sind nicht einfach nur positive Gedanken gemeint.
Gemeint sind emotionale Zustände, die unser Nervensystem stabilisieren und Entwicklung ermöglichen.
Dirk Eilert beschreibt dabei sogenannte Super-Ressourcen wie Stolz, Dankbarkeit, Entspannung, Ehrfurcht und Positivitätsresonanz.
Mich hat besonders der Gedanke der Ehrfurcht angesprochen.
Jeder kennt wahrscheinlich Momente, in denen er vor einem Bergpanorama steht, in den Sternenhimmel blickt oder von etwas tief berührt wird. Für einen Augenblick tritt das eigene Grübeln in den Hintergrund und die Perspektive wird weiter.
Solche Erfahrungen können erstaunlich kraftvoll sein. Sie verändern unsere Wahrnehmung, unser Denken und oft sogar unser körperliches Erleben.
Wenn Wissen allein nicht ausreicht
Ein typisches Phänomen im Coaching beschreibt Dirk Eilert als „Klare Sicht – gefühlte Barriere“.
Wir wissen, was wir tun sollten.
Und trotzdem tun wir es nicht.
Wir wissen, dass wir eine Grenze setzen müssten.
Wir wissen, dass wir keine Angst haben müssten.
Wir wissen, dass wir eine Entscheidung treffen sollten.
Und trotzdem kommen wir nicht ins Handeln.
Der Verstand hat die Lösung längst erkannt. Das emotionale System ist jedoch noch nicht nachgezogen.
Genau an dieser Stelle zeigt sich, warum Veränderung oft mehr braucht als gute Ratschläge oder neue Informationen.
Warum dieses Thema für mich wichtig geworden ist
Je länger ich mich mit Atmung, Bewegung, Nervensystem und menschlichem Verhalten beschäftige, desto schwieriger fällt es mir, diese Bereiche voneinander zu trennen.
Emotionen beeinflussen unsere Atmung.
Unsere Atmung beeinflusst unser Nervensystem.
Unser Nervensystem beeinflusst unsere Wahrnehmung.
Und all das wirkt wiederum auf unser Verhalten zurück.
Deshalb ist Integratives Emotionscoaching für mich kein separates Thema neben meiner Arbeit.
Es ist vielmehr eine weitere Perspektive auf denselben Menschen.
Eine Perspektive, die mir geholfen hat, manche Zusammenhänge besser zu verstehen und Menschen ganzheitlicher zu begleiten.
Denn am Ende bestehen wir nicht aus einzelnen Bauteilen.
Wir sind ein lebendiges System, in dem Körper, Emotionen, Gedanken und Nervensystem untrennbar miteinander verbunden sind.
Interesse am Emotionscoaching?
Wenn dich das Thema neugierig gemacht hat und du mehr über Integratives Emotionscoaching oder die emTrace®-Methode erfahren möchtest, kannst du mich gerne kontaktieren.